5 Auswirkungen von Corona auf unser Zahlungsverhalten
22.07.2025

Die Corona-Pandemie beeinflusst viele Aspekte unseres Lebens, einschließlich unseres Zahlungsverhaltens. Es ist jetzt klar, dass der Übergang zu digitalen Zahlungsmethoden erheblich beschleunigt wurde. Das schnelle Wachstum des E-Commerce, der Anstieg kontaktloser Zahlungen und sogar die Zunahme von Online-Betrugsangriffen; all dies passt in die sich schnell digitalisierende Zahlungslandschaft. Wir listen die größten Veränderungen im Zahlungsverhalten als Folge der Corona-Pandemie auf:
1. Bargeld verschwindet von den Straßen
Die Bargeldnutzung in niederländischen Einkaufsstraßen nimmt seit Jahren ab. Die Pandemie hat dazu geführt, dass sich dieser Trend beschleunigt hat. Ein kürzlich in de Volkskrant (NL) veröffentlichter Artikel zeigt, dass die Bargeldnutzung während des Lockdowns in den Niederlanden um 50 Prozent zurückgegangen ist. Die Anzahl der Abhebungen an Geldautomaten sank während des Lockdowns von 4 Millionen auf etwa 2 Millionen pro Monat. Diese Veränderung ist auch in anderen Ländern sichtbar. In Ländern wie Italien und Deutschland, in denen die Menschen lieber mit Bargeld zahlen, sieht man nun, dass Bargeld schnell von den Straßen verschwindet. Eine Studie der Initiative Deutsches Zahlungssystem zeigt beispielsweise, dass 57 Prozent der Deutschen häufiger mit ihrer Debitkarte bezahlen und über 50% die Nutzung von Bargeld deutlich reduziert haben.
2. Kontaktloses Bezahlen wird 'das neue Normal'
Die Pandemie hat dazu geführt, dass kontaktlose Zahlungen schneller als erwartet 'das neue Normal' geworden sind. Banken in den Niederlanden und anderen europäischen Ländern haben das Limit für kontaktlose Zahlungen ohne PIN-Eingabe von 25 Euro auf 50 Euro erhöht. Die Verbraucher waren darüber sehr erfreut und der Prozentsatz der kontaktlosen Zahlungen stieg rapide an. In den Niederlanden erhöhte sich der Prozentsatz der kontaktlosen Zahlungen von 69 Prozent auf fast 80 Prozent.
3. Beschleunigte Akzeptanz der digitalen Geldbörse
Der Aufstieg der 'digitalen Geldbörse' ist schon lange ein Trend in Amerika und Asien. Eine 'digitale Geldbörse' ist eine App, die man auf seinem Mobiltelefon oder Wearable installiert und die Zahlungsinformationen speichert. Dies ermöglicht es, digitale Transaktionen in physischen Geschäften und online abzuwickeln, ohne dass eine Kreditkarte, Bankkarte oder Bargeld erforderlich ist. Dank der bereits verfügbaren eingebauten Zwei-Faktor-Authentifizierung im Mobiltelefon des Nutzers sind kontaktlose Zahlungslimits nicht notwendig, was es ermöglicht, kontaktlos Beträge über 50 Euro zu zahlen.
Da digitale Geldbörsen weniger Interaktionen zwischen Verbrauchern und (mobilen) Pin-Geräten erfordern, hat die Akzeptanz dieser sicheren 'kontaktlosen' Zahlungsoptionen während der Pandemie erheblich zugenommen. Eine Studie von Mastercard zeigt, dass 26 Prozent der niederländischen Verbraucher während des Lockdowns bereits ein Mobiltelefon mit einer digitalen Geldbörse verwendet haben, um ohne physischen Kontakt zu bezahlen.
4. Schnelle Einführung der starken Kundenauthentifizierung
Seit September letzten Jahres müssen Zahlungsdienstleister und Banken die PSD2-Gesetzgebung einhalten. Eine starke Kundenauthentifizierung ist ein wesentlicher Bestandteil davon. Verbraucher müssen dann eine Zahlung mit mindestens zwei Methoden authentifizieren, zum Beispiel mit einem Passwort und einer biometrischen Identifikation, wie einem Fingerabdruck. Bisher boten einige Kreditkarten diese Möglichkeit noch nicht.
Die Pandemie führt jedoch dazu, dass sich Kriminelle stärker darauf konzentrieren, Zahlungsbetrug zu begehen, anstatt physischen Diebstahl zu begehen. Denken Sie zum Beispiel an den jüngsten WhatsApp-Betrug, bei dem Kriminelle sich als Familienmitglieder ausgeben, die schnell Geld benötigen. Das wachsende Interesse von Kriminellen an digitalen Zahlungsmethoden macht die schnelle Einführung der starken Kundenauthentifizierung noch notwendiger.
5. Neue Bevölkerungsgruppen entdecken den Komfort von Online-Zahlungen
Die Pandemie hat auch dazu geführt, dass Verbraucher, die normalerweise ihre Einkäufe in physischen Geschäften tätigen, online einkaufen und bezahlen. Ältere Menschen gingen zum ersten Mal online einkaufen, um das Infektionsrisiko zu vermeiden. Kehren diese Verbraucher jetzt in die physischen Geschäfte zurück? Oder wird Multi-Channel-Retail, bei dem Produkte sowohl physisch als auch online erhältlich sind, jetzt beliebter?
Wir müssen abwarten, was all diese Entwicklungen langfristig bedeuten werden, aber es ist klar, dass die weitere Digitalisierung der Zahlungslandschaft beschleunigt wurde.











